Ablauf einer Kernsanierung: Schritt für Schritt erklärt

Von der Erstberatung bis zur Übergabe – was in welcher Phase passiert und wie lange es dauert

Zeitplan einer Kernsanierung mit Bauphasen und Modellhaus im Rohbau

Eine Kernsanierung ist ein komplexes Projekt mit vielen beteiligten Gewerken. Damit Sie genau wissen, was auf Sie zukommt, erklären wir hier Schritt für Schritt, wie eine Kernsanierung in Hannover typischerweise abläuft – von der ersten Besichtigung bis zum Einzug.

Die 7 Phasen einer Kernsanierung

1. Erstberatung & Bestandsaufnahme (1–2 Wochen)

Wir besichtigen Ihre Immobilie, prüfen den Zustand von Elektrik, Leitungen und Bausubstanz und besprechen Ihre Wünsche und Ihr Budget.

2. Planung, Angebot & Förderung (2–4 Wochen)

Sie erhalten ein transparentes Angebot je Gewerk. Bei energetischen Maßnahmen prüfen wir als Energieeffizienz-Experte die passende BAFA-/KfW-Förderung – der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.

3. Genehmigungen (falls erforderlich)

Bei Grundrissänderungen an tragenden Wänden oder Eingriffen in die Fassade kann ein Statiker-Nachweis oder eine Baugenehmigung nötig sein. Reine Sanierungsarbeiten innerhalb der bestehenden Kubatur benötigen meist keine Genehmigung.

4. Entkernung & Rückbau (1–2 Wochen)

Alte Böden, Fliesen, Sanitärobjekte und nicht tragende Wände werden zurückgebaut. Bei Altbauten zeigt sich hier oft der wahre Zustand von Leitungen und Bausubstanz.

5. Rohinstallation: Elektrik, Sanitär, Heizung (2–4 Wochen)

Elektrik, Wasserleitungen und Heizungsrohre werden komplett neu verlegt. Bei Altbauten wird hier häufig veraltete, zweiadrige Elektrik oder Bleileitung ersetzt.

6. Innenausbau: Putz, Estrich, Fliesen (3–6 Wochen)

Wände werden verputzt und geglättet, Böden verlegt (inkl. Fußbodenheizung falls gewünscht), Bäder gefliest.

7. Malerarbeiten, Feinausbau & Übergabe (1–2 Wochen)

Zum Abschluss werden Wände gestrichen, Türen und Leisten montiert und alle Sanitärobjekte final installiert. Nach der Endabnahme übergeben wir Ihnen die fertige Immobilie – inklusive aller Nachweise für die Förderstellen.

Wie lange dauert eine Kernsanierung insgesamt?

ObjekttypGeschätzte Gesamtdauer
Wohnung (Kernsanierung)2–4 Monate
Haus (Kernsanierung inkl. energetischer Sanierung)3–6 Monate

Details zu Kosten je Objekttyp finden Sie in unseren Artikeln zur Haussanierung, Wohnungssanierung und in der Kernsanierung-Kostenübersicht 2026.

So bereiten Sie sich als Bauherr optimal vor

  • Übergangswohnung klären: Während der Kernsanierung ist die Immobilie nicht bewohnbar.
  • Entscheidungen frühzeitig treffen: Fliesen, Sanitärobjekte und Bodenbeläge sollten vor Baubeginn ausgewählt sein, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • Förderanträge nicht vergessen: Anträge müssen vor Vertragsschluss gestellt werden – wir erinnern Sie rechtzeitig.
  • Puffer einplanen: Bei Altbauten können unvorhergesehene Befunde (z. B. marode Leitungen) den Zeitplan beeinflussen.

Der wichtigste Punkt ist der zweite. Entscheidungen über Fliesen, Sanitärobjekte, Boden und Elektroausstattung wirken sich direkt auf den Bauablauf aus – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die Gewerke bereits eingetaktet sind. Wer die Fliese erst aussucht, wenn der Fliesenleger vor der Tür steht, verliert schnell zwei Wochen, weil das Material bestellt und geliefert werden muss. Wir gehen diese Entscheidungen deshalb bereits in der Planungsphase mit Ihnen durch.

Die häufigsten Ursachen für Verzögerungen

Kaum eine Kernsanierung läuft exakt nach Plan. Diese vier Punkte sind die häufigsten Gründe – und bei den meisten lässt sich vorbeugen:

  • Späte Materialentscheidungen. Siehe oben. Lieferzeiten von vier bis acht Wochen sind bei Sanitärobjekten und Sonderformaten keine Seltenheit.
  • Unerwartete Befunde nach dem Rückbau. Feuchtigkeit, Schädlingsbefall im Holz, Schadstoffe oder eine Wand, die entgegen der Planunterlagen doch tragend ist. Deshalb steht die Bestandsaufnahme am Anfang – ganz ausschließen lässt es sich im Altbau trotzdem nie.
  • Trocknungszeiten. Der am häufigsten unterschätzte Punkt. Zementestrich braucht als Faustregel rund eine Woche pro Zentimeter Aufbaustärke, bei einer Fußbodenheizung kommt das Aufheizprogramm hinzu. Diese Zeit lässt sich nicht verkürzen, ohne Schäden im Belag zu riskieren – wer hier drängt, bekommt später Risse und sich lösende Fliesen. Trockenestrich ist die schnellere Alternative, aber nicht überall einsetzbar.
  • Nachträgliche Änderungswünsche. Eine zusätzliche Steckdose ist unkritisch, solange die Wand offen ist. Nach dem Verputzen ist es eine neue Baustelle. Je später eine Änderung kommt, desto teurer wird sie – deshalb lohnt sich der Aufwand in der Planungsphase.

Die Abnahme: der wichtigste Termin am Ende

Die Abnahme ist mehr als ein gemeinsamer Rundgang – sie ist ein Rechtsakt mit spürbaren Folgen. Mit ihr beginnt die Gewährleistungsfrist, die bei Bauwerken in der Regel fünf Jahre beträgt. Gleichzeitig kehrt sich die Beweislast um: Vor der Abnahme muss der Betrieb belegen, dass seine Leistung mangelfrei ist – danach müssen Sie belegen, dass ein Mangel vorliegt.

Praktisch heißt das für Sie:

  • Nehmen Sie sich Zeit. Eine Abnahme in zwanzig Minuten ist keine. Gehen Sie Raum für Raum, prüfen Sie Oberflächen, Türen, Fenster, Silikonfugen und die Funktion von Steckdosen und Armaturen.
  • Lassen Sie ein Abnahmeprotokoll erstellen und alle festgestellten Mängel darin aufnehmen – mit Frist zur Beseitigung.
  • Behalten Sie sich bekannte Mängel ausdrücklich vor. Wer einen Mangel bei der Abnahme kennt, ihn aber nicht vorbehält, kann später Ansprüche daraus verlieren.
  • Lassen Sie sich die Unterlagen aushändigen: Messprotokoll der Elektroinstallation nach DIN VDE 0100-600, Datenblätter der verbauten Geräte, Bedienungsanleitungen und – falls gefördert wurde – die Bestätigung nach Durchführung für BAFA oder KfW.

Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall. Bei uns ist die Abnahme fester Bestandteil des Ablaufs, inklusive Protokoll und Nachweisen.

Häufige Fragen zum Ablauf

Wie lange dauert eine Kernsanierung?

Eine Wohnung ist meist nach 2 bis 4 Monaten fertig saniert, ein Haus mit energetischer Sanierung nach 3 bis 6 Monaten – abhängig vom Umfang und der Anzahl beteiligter Gewerke.

Brauche ich für eine Kernsanierung eine Baugenehmigung?

Für reine Sanierungsmaßnahmen innerhalb der bestehenden Kubatur ist meist keine Baugenehmigung nötig. Bei Grundrissänderungen an tragenden Wänden oder Eingriffen in die Fassade kann jedoch eine Genehmigung oder ein Statiker-Nachweis erforderlich sein.

Kann ich während der Kernsanierung in der Wohnung wohnen bleiben?

Bei einer vollständigen Kernsanierung ist ein Verbleib in der Wohnung aufgrund von Lärm, Staub und fehlender Sanitäranlagen nicht praktikabel. Wir stimmen den Zeitplan gerne mit einer Übergangslösung ab.

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Adresse

Kopernikusstraße 7b in 30167 Hannover

Email

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