Energetische Haussanierung Garbsen – KfW 55 EE mit 30 % Zuschuss

Zweifamilienhaus nach KfW 261 saniert: Wärmepumpe, WDVS, neue Fenster, Lüftungsanlage und Fußbodenheizung – in acht Monaten

Umbauzeit

8 Monate

Zweifamilienhaus in Garbsen

Preis

300.000 €

30 % KfW-Tilgungszuschuss

Standard

KfW 55 EE

Effizienzhaus mit Wärmepumpe und Lüftung

Wir sanieren Garbsen – so sieht das Haus heute aus

Ein Zweifamilienhaus in Garbsen, geheizt mit Nachtspeicheröfen, ohne Dämmung, mit Rissen im Giebel und Fenstern aus einer anderen Zeit. Der Eigentümer wollte nicht nur renovieren, sondern das Haus auf den Standard eines Effizienzhauses bringen – und dafür die Förderung mitnehmen. Das Ziel: KfW 55 EE über das Programm KfW 261, das einen Kredit bis 300.000 € je Wohneinheit mit 30 % Tilgungszuschuss ermöglicht.

Um das zu erreichen, wurde die komplette Gebäudehülle angefasst: Wärmedämmverbundsystem, neue Fenster mit Fensterbänken, neue Hauseingangstür, das Dach in Eigenleistung gedämmt. Dazu die Technik: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe statt der Nachtspeicher, eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und in beiden Wohnungen eine Fußbodenheizung im Trockenbau. Zum Schluss der Blower-Door-Test, der die Luftdichtheit bestätigt – und der Nachweis für die KfW.

So sah das Haus vorher aus

Der Giebel zeigte Risse im Putz, die Rückseite hatte einen Balkon und einen Carport aus den siebziger Jahren, die Fenster waren einfach verglast. Geheizt wurde mit Nachtspeicheröfen – teuer im Betrieb und ohne Chance auf eine Förderung. Der Dachboden war ungedämmt, die Wärme ging durch Dach, Wände und Fenster gleichzeitig verloren.

Das ganze Projekt in Bildern

Acht Monate Bauzeit, in der Reihenfolge, in der gearbeitet wurde: erst das Dach, dann die Fassade, dazwischen die Lüftung, zum Schluss Putz und Anstrich. Jedes Bild lässt sich anklicken und in groß ansehen.

Schritt 1 – Dach: Dämmung in Eigenleistung, neue Dachfenster

Den Anfang machte das Dach. Der Dachstuhl war ungedämmt, die alten Dachfenster undicht. Die Dämmung zwischen den Sparren hat der Eigentümer selbst eingebaut – bei einer KfW-Sanierung ist das möglich, solange der Energieberater die Ausführung abnimmt. Neue Dachfenster kamen dazu, und der Dachüberstand wurde verlängert, damit die später 16 cm dickere Fassade noch unter das Dach passt.

Dieses Detail wird oft vergessen: Wer dämmt, braucht am Ortgang und an der Traufe Platz. Ohne verlängerten Überstand würde die Dämmung oben überstehen und Wasser ziehen.

Schritt 2 – Altputz ab, Gerüst, Dämmplatten

Bevor die Dämmung an die Wand kann, muss der Untergrund tragen. Loser Altputz wurde abgeschlagen, die Flächen gereinigt und mit Haftgrund vorbereitet. Dann kamen die EPS-Dämmplatten – verklebt, mit Tellerdübeln gesichert, an den Fenstern mit sauberen Anschlüssen.

Die Platten auf der Baustelle sehen nach viel aus, und das sind sie auch: Rund 220 m² Fassade bekommen eine durchgehende Dämmschicht ohne Wärmebrücke.

Schritt 3 – WDVS: Armierung, Oberputz, Fensterbänke

Auf die Dämmplatten kam das Armierungsgewebe im Klebespachtel, an den Ecken der Öffnungen zusätzlich Diagonalstreifen gegen Risse – genau dort, wo der alte Putz aufgerissen war. Nach dem Trocknen folgten Ausgleichsschicht, Oberputz und Anstrich.

Mit den neuen Fenstern kamen Fensterbänke aus Aluminium außen und Innenfensterbänke, Regenrinnen und Fallrohre wurden erneuert. Erst mit dem weißen Oberputz sieht man, wie ruhig die Fassade geworden ist.

Schritt 4 – Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Ein dichtes Haus braucht eine Lüftung. Für jeden Wohnraum wurde eine Kernbohrung durch die Außenwand gesetzt, darin sitzt ein dezentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung: Es tauscht die Luft, hält aber die Wärme im Haus. Die Bohrungen wurden vor der Dämmung gesetzt, die Außenblenden sitzen später bündig im Oberputz.

Ohne diese Anlage wäre der KfW-Standard nicht zu halten – und Feuchtigkeit in einem dicht gedämmten Haus führt sonst schnell zu Schimmel.

Schritt 5 – Wärmepumpe, Fußbodenheizung und Blower-Door-Test

Die Nachtspeicheröfen sind Geschichte. Eine Samsung-Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt jetzt beide Wohnungen: Die Außeneinheit steht auf zwei Betonfundamenten an der Rückseite, die Anbindeleitungen führen gedämmt durch die Kellerwand zur Inneneinheit. Im Heizungsraum stehen die Hydraulikeinheit, ein Pufferspeicher und der Warmwasserspeicher – geregelt über die Samsung-Steuerung, die je Zone nach Heizkurve fährt. Auf dem Display sieht man, worauf es ankommt: Vorlauf knapp 30 °C statt der 60 °C eines alten Kessels.

Dafür bekamen beide Wohnungen eine Fußbodenheizung im Trockenbausystem: geringe Aufbauhöhe, kein Nassestrich, schnell belegbar. Darauf liegt ein Vinylboden. Zwei Bäder wurden altersgerecht mit bodengleichen Duschen neu gebaut, ein Teil des alten Treppenhauses ist jetzt ein Schlafzimmer. Zum Abschluss der Blower-Door-Test: Ein Gebläse in der Haustür erzeugt Unterdruck, gemessen wird, wie viel Luft durch die Hülle nachströmt. Das Haus hat bestanden – der Nachweis, den die KfW für den Effizienzhaus-Standard verlangt.

Das Ergebnis – KfW 55 EE

Von außen ein ruhiges weißes Haus mit anthrazitfarbenen Fenstern, innen zwei Wohnungen mit Fußbodenheizung und frischer Luft ohne Fensterlüften. Der Energieverbrauch liegt bei einem Bruchteil des alten Nachtstroms – und der Tilgungszuschuss der KfW hat 30 % der Sanierungskosten übernommen.

Was kostet eine energetische Haussanierung nach KfW 261?

Die Kosten hängen vom Zustand des Hauses, den Maßnahmen und dem angestrebten Effizienzhaus-Standard ab. In diesem Projekt lagen sie bei rund 300.000 €. Durch das KfW-Programm 261 kam ein Tilgungszuschuss von 30 % dazu – Wärmepumpe, WDVS, Fenster und Lüftung sind die großen Posten, die den Standard erst möglich machen. Die folgende Aufstellung zeigt, wie sich die Summe verteilt. Ein zweites KfW-55-Projekt mit echten Rechnungsbeträgen: Haussanierung Ronnenberg.

Preise der energetischen Haussanierung – 300.000 EUR brutto

Energetische Gebäudehülle Preis [EUR]
Wärmedämmverbundsystem WDVS 78.000
Neue Fenster inkl. Fensterbänke 42.000
Regenrinnen und Fallleitungen erneuern 9.500
Heizungs- & Gebäudetechnik
Luft-Wasser-Wärmepumpe 48.000
Fußbodenheizung im Trockenbau 34.000
Dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung 22.000
Elektroarbeiten & Anpassung Haustechnik 16.000
Erweiterungen & Zusatzleistungen
Wohnraumerweiterung 28.000
Blower-Door-Test & energetische Nachweise 4.500
Entkernung & Entsorgungskosten 8.000
KfW-Baubegleitung & Energieberatung 10.000

KfW-Zuschuss: Für dieses Sanierungsvorhaben wurde über das KfW-Programm 261 ein Zuschuss von 30 % auf förderfähige Kosten von insgesamt 300.000 EUR erzielt.

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