Dachsanierung Hannover: Kosten und Ablauf
Ein gut gedämmtes Dach spart bares Geld – welche Dämmart zu Ihrem Haus passt und was sie kostet
Über ein ungedämmtes Dach geht besonders viel Wärme verloren – warme Luft steigt nach oben. Eine Dachsanierung in Hannover gehört daher zu den wirkungsvollsten energetischen Maßnahmen. Hier erfahren Sie, welche Dämmart zu Ihrem Dach passt und was eine Dachsanierung kostet.
Der moderne Dachaufbau: Diese Schichten schützen und dämmen Ihr Dach
Ein Dach hat zwei Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen: Es muss Wind, Regen und Schnee zuverlässig abhalten und gleichzeitig verhindern, dass wertvolle Heizwärme nach außen entweicht. Damit beides zusammen funktioniert, besteht ein modern saniertes Steildach von außen nach innen aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten:
- Dachziegel (Dachdeckung)
- Lattung – trägt die Dachziegel
- Unterspannbahn – Wind-/Regenschutz
- Aufsparrendämmung (bei Neueindeckung, oberhalb der Sparren)
- Sparren mit Zwischensparrendämmung
- Dampfbremse (Luftdichtheitsebene)
- Konterlattung / Installationsebene mit Untersparrendämmung
- Gipskarton, verspachtelt und gestrichen
Besonders wichtig ist Schicht 6, die Dampfbremse: Sie schafft die durchgehende Luftdichtheitsebene auf der warmen (inneren) Seite der Dämmung. Ohne sie würde warme, feuchte Raumluft in die Dämmebene eindringen, dort abkühlen und am sogenannten Taupunkt Wasser ausscheiden. Über Jahre führt dieser Tauwasserausfall zu durchfeuchteter Dämmung, Schimmel und Bauschäden an der Holzkonstruktion – deshalb muss die Dampfbremse lückenlos verklebt und an alle Durchdringungen (Kabel, Rohre, Kaminanschlüsse) sorgfältig angeschlossen werden.
Welcher U-Wert ist beim Dach vorgeschrieben – und welcher wird gefördert?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt in Anlage 7 vor, dass bei einer wesentlichen Erneuerung des Dachs – etwa wenn Dachhaut, Lattung oder Schalung ersetzt werden – ein U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreicht werden muss. Das ist die gesetzliche Pflicht, unabhängig von einer Förderung.
Für den BEG-EM-Zuschuss gilt jedoch eine deutlich strengere technische Mindestanforderung: Nur wer einen U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K) erreicht, erhält die 15 % Basisförderung (mehr dazu in unserem Artikel zur BEG-EM-Förderung). Wer nur die gesetzliche Mindestanforderung erfüllt, bekommt also noch keinen Zuschuss – erst der spürbar bessere Dämmwert für die Förderung lohnt sich doppelt.
Welche Dämmarten gibt es beim Dach?
Um den geförderten U-Wert von 0,14 W/(m²K) zu erreichen, reicht eine einzelne Dämmebene in der Regel nicht aus. In der Praxis kombinieren wir daher zwei Dämmebenen:
- Aufsparrendämmung + Zwischensparrendämmung: Diese Kombination bietet sich an, wenn ohnehin eine Neueindeckung ansteht oder im Neubau – die Aufsparrendämmung liegt lückenlos über den Sparren, zusätzlich wird der Sparrenzwischenraum gedämmt. Ergebnis: eine praktisch wärmebrückenfreie Gebäudehülle.
- Zwischensparrendämmung + Untersparrendämmung: Muss die Eindeckung nicht erneuert werden, dämmen wir stattdessen von innen – zwischen und zusätzlich unter den Sparren. Wichtig dabei: Auf der Innenseite muss eine durchgehende Luftdichtebene mit einer Dampfbremse hergestellt werden, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmebene eindringt und Schimmel oder Bauschäden entstehen.
Zur Größenordnung: Mit einem gängigen Dämmstoff der Wärmeleitgruppe (WLG) 032 benötigen Sie in Kombination – also Zwischensparren- plus Untersparren- oder Zwischensparren- plus Aufsparrendämmung – eine Gesamtdämmstärke von ca. 24 bis 26 cm, um den geförderten U-Wert von 0,14 W/(m²K) zu erreichen. Bei schlechterer Dämmstoffqualität (höhere WLG) wird entsprechend mehr Dämmstärke benötigt.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Dacheindeckung und Ihrem Budget ab – wir beraten Sie dazu direkt vor Ort.
Gauben: Zusätzlicher Wohnraum im Zuge der Dachsanierung
Wird das Dach ohnehin saniert, lohnt sich oft der Blick auf eine Gaube – sie schafft zusätzliche Stehhöhe und Wohnfläche im Dachgeschoss. Wird die Gaube im gleichen Dämmstandard wie das übrige Dach ausgeführt, ist sie in der Regel als Teil der Gebäudehülle förderfähig mitzunehmen. Da eine Gaube die Gebäudekubatur verändert, ist dafür ein Bauantrag bei der zuständigen Bauaufsicht erforderlich – wir übernehmen die Planung und Antragstellung für Sie.
Die Kosten für eine Gaube üblichen Zuschnitts liegen bei ca. 25.000 €, können je nach Länge, Breite und Ausführung (Schleppgaube, Satteldachgaube, Fenstergröße) aber deutlich nach oben oder unten abweichen.
Solarpflicht in Niedersachsen: PV bei der Dachsanierung mitdenken
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Niedersachsen nach § 32a der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) eine Solarpflicht auch für Bestandsgebäude: Bei einer grundlegenden Dacherneuerung – also wenn die Dachhaut bis zur wasserführenden Schicht erneuert wird – muss ab einer erneuerten Dachfläche von 50 m² mindestens 50 % der geeigneten Fläche mit Photovoltaik oder Solarthermie belegt werden. Ausnahmen gelten unter anderem für kleinere Dachflächen, ungeeignete Eindeckungen (z. B. Reet) oder wenn die Installation technisch bzw. wirtschaftlich unzumutbar ist.
Da bei einer Dachsanierung ohnehin das Gerüst steht, ist genau dieser Zeitpunkt ideal, um eine PV-Anlage gleich mit zu installieren – Details zu Kosten, Förderung und der aktuellen Mehrwertsteuerregelung finden Sie in unserem Artikel zu Photovoltaik-Anlagen in Hannover.
Was kostet eine Dachsanierung in Hannover?
Einfache Ausführung
40.000 €
Mittlere Ausführung
60.000 €
Hochwertige Ausführung
90.000 €
Richtwerte für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Details finden Sie auch in unserer Haussanierung-Kostenübersicht.
Über die BEG-EM-Förderung gibt es bei einem U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K) 15 % Basisförderung, mit individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich einen iSFP-Bonus. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.
Steht ohnehin das Gerüst, lohnt sich häufig ein Blick auf die Fassadendämmung oder eine energetische Komplettsanierung nach KfW 261 – so nutzen Sie Synergieeffekte bei Gerüst- und Baustellenkosten.
Häufige Fragen zur Dachsanierung
Was kostet eine Dachsanierung in Hannover?
Je nach Ausführung liegen die Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zwischen 40.000 € (einfach) und 90.000 € (hochwertig).
Welche Dämmarten gibt es beim Dach?
Die drei gängigsten Varianten sind Aufsparrendämmung (von außen, ideal bei Neueindeckung), Zwischensparrendämmung (zwischen den Dachsparren) und Untersparrendämmung (zusätzliche Dämmschicht von innen).
Wird eine Dachsanierung gefördert?
Ja, über die BEG-EM-Förderung gibt es bei einem U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K) 15 % Basisförderung, mit individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich einen iSFP-Bonus.
Ist eine Gaube förderfähig und brauche ich dafür einen Bauantrag?
Wird die Gaube im gleichen Dämmstandard wie das übrige Dach ausgeführt, kann sie als Teil der Gebäudehülle mitgefördert werden. Da sich die Gebäudekubatur ändert, ist ein Bauantrag erforderlich, den wir für Sie übernehmen.
Muss ich bei der Dachsanierung eine PV-Anlage installieren?
Seit dem 1.1.2025 gilt in Niedersachsen nach § 32a NBauO: Bei einer grundlegenden Dacherneuerung ab 50 m² Dachfläche müssen mindestens 50 % der geeigneten Fläche mit Photovoltaik oder Solarthermie belegt werden, sofern keine Ausnahme greift.
Alle genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Zustand des Dachs abweichen.
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