Energetische Haussanierung Ronnenberg – vom Klinkerhaus zum KfW-55-Effizienzhaus
Wärmedämmverbundsystem, neue Fenster und Haustüren, Wärmepumpe, Fußbodenheizung, neue Steig- und Fallleitungen und dezentrale Lüftung – März bis Juni 2026
Bauzeit
4 Monate
Preis
287.499 €
Standard
KfW 55
Ein Wohnhaus in Ronnenberg vor den Toren Hannovers: Klinkerfassade, Holzfenster, ein Holzbalkon an der Giebelseite, innen Holzdecken und Dielen – und Leitungen, die so alt waren wie das Haus. Der Eigentümer hatte ein klares Ziel: das Effizienzhaus 55 nach KfW 261, mit allem, was dazugehört. Und er wollte selbst mit anpacken.
Deshalb war die Aufteilung von Anfang an klar: Wir übernehmen die Gebäudehülle und die Technik – Wärmedämmverbundsystem, alle Fenster, drei neue Hauseingangstüren, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Fußbodenheizung, sämtliche Steig- und Fallleitungen für Heizung, Warm- und Kaltwasser und Zirkulation sowie die dezentrale Lüftung, ohne die kein dichtes Haus auskommt. Teilleistungen übernahm der Bauherr in Eigenleistung. So lässt sich eine KfW-Sanierung finanzieren, ohne dass jede Stunde bezahlt werden muss – solange die förderrelevanten Gewerke fachgerecht ausgeführt und nachgewiesen sind.
So sah das Haus vorher aus
Roter Klinker, Holzfenster mit Sprossen, ein Balkon aus Holzbohlen am Giebel und an der Gartenseite eine alte Terrassentür unter dem Dachgebälk. Von außen charmant, energetisch aber ohne jede Dämmung – und mit Asbestplatten an den Giebeln, die vor allem anderen fachgerecht entsorgt werden mussten. Das Video zeigt den Rundgang am 20. März 2026, als das Gerüst gerade stand und noch nichts angefasst war.
Das ganze Projekt in Bildern
Die Bilder stehen in der Reihenfolge der Arbeiten: Rückbau, Leitungen, Lüftung, Fenster und Türen, dann die Fassade. Jedes Bild lässt sich anklicken und in groß ansehen.
März 2026 – Rückbau: Heizkörper, Holz, alte Leitungen
Zuerst kam heraus, was nicht bleiben sollte: die Heizkörper samt Rohrnetz, alte Holzverkleidungen, die alten Bodenbeläge. In den Holzbalkendecken wurden die Leitungswege geöffnet, an den Wänden die alten Wasser- und Heizungsanschlüsse freigelegt. Dabei zeigte sich, warum ein Komplett-Tausch der Leitungen richtig war: verrostete Stahlrohre, teils ohne Dämmung in der Decke verlegt.
An den Giebeln hingen Asbestplatten. Die wurden von einem zugelassenen Betrieb mit Schutzausrüstung abgenommen und entsorgt – rund 75 m², bevor das Gerüst für die Dämmung stehen durfte.
März bis April 2026 – Neue Steig- und Fallleitungen
Das Herzstück der Technik: alle Steig- und Fallleitungen wurden komplett erneuert – Heizungsvorlauf und -rücklauf, Warmwasser, Kaltwasser und Zirkulation. Die neuen Leitungen laufen gedämmt durch Schächte und Holzbalkendecken bis in den Dachraum; die roten Dämmschläuche auf den Fotos sind die Heizungsleitungen, die weißen die Trinkwasserleitungen.
Im Bad steht ein Geberit-Vorwandelement für das Wand-WC, die Anschlüsse für Waschtisch und Dusche sitzen fertig in der Wand. Erst wenn alle Leitungen liegen und geprüft sind, gehen Böden und Wände wieder zu.
April 2026 – Dezentrale Lüftung: Kernbohrungen für 17 Lüftungsgeräte
Ein KfW-55-Haus ist dicht – und braucht deshalb eine kontrollierte Lüftung. Nach einer Berechnung nach DIN 1946-6 wurden 14 Einzelraumgeräte mit Wärmerückgewinnung (DN 160) und drei kleinere Geräte für Bad und Nebenräume eingebaut. Für jedes Gerät eine Kernbohrung durch die Außenwand, mit Wandhülse und Außenblende.
Die Bohrungen sitzen bewusst vor der Dämmung: Die Wandhülsen reichen später durch Mauerwerk und Dämmschicht, die Blenden schließen bündig mit dem Oberputz ab.
April 2026 – Neue Fenster und drei Haustüren
Die alten Holzfenster wichen dreifach verglasten Kunststofffenstern in Holzoptik. Weil sich die Maße änderten, wurden die Öffnungen im Klinker zugeschnitten, die Laibungen für einen luftdichten Anschluss verputzt und innen mit Bauplatten und Eckprofilen vorbereitet. Dazu 18 Innenfensterbänke und 18 Außenfensterbänke aus Aluminium.
Drei Hauseingangstüren aus Aluminium in Anthrazit ersetzen die alten Holztüren, dazu eine neue Tür zum Heizungsraum. Die Türen blieben bis zum Ende der Fassadenarbeiten in Schutzfolie.
April bis Mai 2026 – Wärmedämmverbundsystem auf 220 m²
Auf den Klinker kam das Wärmedämmverbundsystem: Untergrund reinigen, Haftvermittler, im Sockelbereich druckfeste Perimeterdämmung mit Abdichtung, darüber die grauen EPS-Platten. Das Video zeigt, wie jede Platte auf dem Gerüst mit Klebemörtel versehen, angesetzt und ausgerichtet wird – mit Wulst-Punkt-Methode am Rand und in der Mitte, damit sie vollflächig trägt. Die Fugen zwischen den Platten werden mit Dämmschaum geschlossen, dann kommen die Tellerdübel.
Rund 220 m² Fassade auf acht Wochen Gerüstzeit. Die Fotos zeigen das Haus, wie es Seite für Seite grau wird – die Klinkeroptik verschwindet, dafür sinkt der Wärmeverlust der Außenwände auf einen Bruchteil.
Mai 2026 – Armierung: die Fassade wird grau
Auf die Dämmplatten kommt die Armierungsschicht: Klebespachtel mit eingebettetem Gewebe, an allen Ecken und Öffnungen doppelt. Sie verteilt die Spannungen aus Temperatur und Holzbewegung, damit der Oberputz später nicht reißt. In dieser Phase sieht das Haus graubraun aus – Fenster und Türen sind abgeklebt, die Fensterbänke sitzen bereits.
Erst wenn die Armierung durchgetrocknet ist, folgen Ausgleichsschicht, Oberputz und Anstrich. Wer hier zu früh weitermacht, riskiert Risse im fertigen Putz.
Mai bis Juni 2026 – Bodendämmung, XPS-Fußbodenheizung und Wärmepumpe
Im Erdgeschoss wurde zuerst der Boden gedämmt: 8 cm PIR-Dämmung (Wärmeleitgruppe 024) auf dem Rohboden, darauf das XPS-Fußbodenheizungssystem mit nur 2,5 cm Aufbau: gefräste Platten mit Wärmeleitblechen, in die die Heizrohre eingedrückt werden. Darauf folgt der Untergrund für den Bodenbelag: grundieren, spachteln, ein Armierungsgewebe einrollen und zum Schluss eine dünne Ausgleichsmasse, die sich selbst nivelliert – kein dicker Nassestrich, kaum Aufbauhöhe, schnell begehbar. Das Video zeigt alle Schritte von der Dämmplatte bis zur glatten Fläche.
Die Wärme kommt von einer Samsung-Monoblock-Wärmepumpe mit 12 kW auf eigenem Fundament. Die niedrige Vorlauftemperatur der Flächenheizung passt genau dazu. Zwölf Türöffnungen wurden wegen des höheren Bodenaufbaus angepasst, neue Zargen und Türblätter kamen dazu. An der Gartenseite bekam die Terrasse unter der Pergola ebenfalls die Dämmung und eine neue Terrassentür.
Das Ergebnis – vom Klinkerhaus zum weißen Effizienzhaus
Von außen ist das Klinkerhaus nicht wiederzuerkennen: weißer Oberputz, anthrazitfarbene Fenster und Haustüren, Aluminium-Fensterbänke, und an jeder Wand die kleinen Blenden der Lüftungsgeräte. Dahinter stecken 220 m² Dämmung, komplett neue Leitungen, eine Wärmepumpe und eine Fußbodenheizung – das Haus ist technisch auf dem Stand eines Neubaus, ohne seinen Charakter zu verlieren. Das Video zeigt den Rundgang um das fertige Haus.
Was kostete die energetische Haussanierung in Ronnenberg?
Unsere Gewerke haben 287.499 € brutto gekostet – die vier Schlussrechnungen für Technik, Fassade, Fenster und Innenausbau. Nicht enthalten sind die Eigenleistungen des Bauherrn. Die Positionen zeigen, was bei einem KfW-55-Haus die Summe ausmacht: Wärmepumpe und Lüftung, die Fassade und die Fenster liegen dicht beieinander – keines dieser Gewerke lässt sich für den Standard weglassen. Ein zweites Effizienzhaus-Projekt zum Vergleich: Haussanierung Garbsen, KfW 55 EE.
Preise der energetischen Haussanierung – 287.499 EUR brutto
| Energetische Sanierung KfW 55 | Preis [EUR] | |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe 12 kW, Heizungsvor- und -rücklauf, 17 dezentrale Lüftungsgeräte mit Kernbohrungen und Montage | 67.058 | |
| Wärmedämmverbundsystem auf 220 m² inkl. Gerüst, Asbestentsorgung, Armierung, Oberputz und Anstrich | 71.484 | |
| Dreifach verglaste Fenster inkl. Einbau, Laibungen, 18 Innen- und 18 Außenfensterbänke | 55.365 | |
| Bodenaufbau mit Dämmung im EG, Fußbodenheizung, Vinyl, 12 Türen und Zargen, 3 Aluminium-Haustüren, Koordination, Container | 93.592 | |
| Gesamtsumme brutto | 287.499 | |
Alle Beträge sind die tatsächlich abgerechneten Bruttosummen dieses Projekts, auf volle Euro gerundet. Die Förderung über KfW 261 (Tilgungszuschuss auf den Effizienzhaus-Kredit) kommt für den Bauherrn hinzu.
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