Badewanne raus, Dusche rein: Badteilsanierung in einer Woche
Der häufigste Umbauwunsch in Hannover – und warum er sich meist ohne komplette Badsanierung lösen lässt
Vorher: enge Duschkabine mit erhöhter Wanne, hoher Einstieg, kleinformatige Fliesen mit Bordüre.
Nachher: Duschbereich tiefergesetzt und bodengleich gefliest, mit Duschrinne, Haltegriff und Glasabtrennung.
Der Anlass ist fast immer derselbe: Der Einstieg in die Wanne wird zum Problem. Manchmal nach einer Operation, manchmal einfach mit den Jahren. Und die Frage lautet dann: Muss dafür das ganze Bad raus?
In den meisten Fällen nicht. Wenn Fliesen, WC und Waschtisch in Ordnung sind, tauschen wir gezielt den Nassbereich aus. Das dauert eine Woche statt vier bis sechs und kostet einen Bruchteil einer kompletten Badsanierung. Badsanierungen sind unser Ursprung – als Munzert Sanitär machen wir sie seit Jahren, und dieser Umbau ist der mit Abstand häufigste.
Zwei Ausgangslagen, zwei Preise
Badewanne raus, Dusche rein
7.500 – 8.500 €
- Wanne und Verkleidung zurückbauen
- Sanitärinstallation anpassen
- Ablauf neu setzen
- bodengleiche Dusche aufbauen
Vorhandene Dusche tiefer setzen
ca. 6.500 €
- erhöhte Duschwanne ausbauen
- Boden aufnehmen
- bodengleich neu aufbauen
Beide Preise verstehen sich schlüsselfertig: Rückbau, Entsorgung, Sanitärinstallation, Untergrund mit Gefälle, Abdichtung, komplette Neuverfliesung des Duschbereichs, Armatur und Duschabtrennung. Der genaue Preis hängt von der Fliesenwahl und davon ab, wie weit der Abfluss versetzt werden muss.
Was in dieser Woche passiert
- Montag – Rückbau. Wanne, Verkleidung und die Fliesen im künftigen Duschbereich kommen raus. Alles wird noch am selben Tag entsorgt.
- Dienstag – Installation. Zu- und Ablaufleitungen werden angepasst, die Duschrinne oder der Punktablauf gesetzt und die Unterputzarmatur eingebaut. Ab hier ist die Position endgültig.
- Mittwoch – Untergrund. Aufbau mit dem nötigen Gefälle zum Ablauf, Trockenbau für Nischen oder Vorwand.
- Donnerstag – Abdichtung. Verbundabdichtung nach DIN 18534, Dichtbänder in alle Ecken, Manschetten an jede Durchdringung. Danach Trocknungszeit – dieser Tag lässt sich nicht abkürzen.
- Freitag – Fliesen. Der komplette Duschbereich wird neu verfliest, Wand und Boden.
- Anfang der Folgewoche – Abschluss. Verfugen, Silikonfügen, Montage von Duschabtrennung, Armatur und Zubehör. Danach ist das Bad wieder nutzbar.
Warum die Abdichtung der wichtigste Arbeitsschritt ist
Es ist der Teil, den hinterher niemand sieht – und der einzige, an dem sich entscheidet, ob der Umbau fünfzehn Jahre hält oder nach drei Jahren zum Schadensfall wird.
Fliesen sind nicht wasserdicht. Weder die Fliese selbst noch die Fuge. Wasser dringt durch und muss von einer Schicht darunter aufgehalten werden. Genau das regelt DIN 18534, die 2017 die alte DIN 18195 für Innenräume abgelöst hat. Ein bodengleicher Duschbereich im privaten Bad fällt in der Regel unter die Wassereinwirkungsklasse W2-I – hohe Beanspruchung.
Praktisch bedeutet das eine Verbundabdichtung im Verbund mit dem Fliesenkleber, eingelegte Dichtbänder in jeder Ecke und an jedem Wandanschluss und Dichtmanschetten an allen Durchdringungen – also dort, wo Armatur und Ablauf durch die Abdichtungsebene gehen. Wir dichten den gesamten neuen Duschbereich ab, nicht nur die Fläche unter dem Brausekopf.
Bei einer bodengleichen Dusche ist das besonders wichtig, weil der schwellenlose Übergang keinen Wannenrand mehr hat, der das Wasser zurückhält. Was die Konstruktion nicht aufhält, findet seinen Weg in den Estrich – und taucht Jahre später als Feuchtefleck oder Schimmel im Nachbarraum wieder auf.
Fugenlos statt gefliest: Alu-Verbundplatten
Duschrückwand aus bedruckter Alu-Verbundplatte – durchgehendes Dekor ohne eine einzige Fuge.
Nicht jeder Duschbereich muss gefliest werden. Alu-Verbundplatten bestehen aus zwei dünnen Aluminiumschichten mit einem Kern dazwischen, sind nur wenige Millimeter stark und lassen sich digital bedrucken – vom ruhigen Steindekor bis zum Ornamentmuster wie auf dem Bild.
Der entscheidende Vorteil steckt im Namen dessen, was fehlt: keine Fugen. Fugen sind im Bad die Schwachstelle. Dort setzt sich Kalk ab, dort wird Silikon mit den Jahren unansehnlich, und dort siedelt sich Schimmel als Erstes an. Eine durchgehende Platte hat diese Angriffsfläche nicht – abgewischt ist sie in einer Minute.
Wann sich die Platte lohnt
- Wenn es schnell und staubarm gehen soll. Die vorhandenen Fliesen können liegen bleiben – es entfällt das Abschlagen ebenso wie die Zeit für Fliesen, Fugen und Aushärtung.
- Wenn kein Platz da ist. Der Aufbau ist wenige Millimeter dick. In einem kleinen Bad kann das der Unterschied sein, ob die Dusche noch passt.
- Wenn Sie ein Motiv wollen, das es als Fliese nicht gibt. Der Digitaldruck ist frei wählbar.
- Bei schwierigen Zuschnitten – Dachschrägen und Nischen lassen sich in einem Stück lösen statt mit dutzenden Fliesenschnitten.
Was Sie vorher wissen sollten
Die Platte ersetzt nicht die Abdichtung. Sie ist eine Oberfläche, keine Sperrschicht. Und an Ecken, Anschlüssen und zum Boden hin bleiben Silikonfugen, auch wenn die Fläche selbst fugenlos ist.
So bauen wir es auf: Die vorhandenen Fliesen bleiben liegen. Darauf kommt die Verbundabdichtung nach DIN 18534 – mit Dichtbändern in allen Ecken und Manschetten an den Durchdringungen – und erst darauf werden die Platten geklebt. Die Abdichtung liegt damit genau dort, wo sie hingehört, ohne dass eine einzige Fliese abgeschlagen werden muss. Das spart den lautesten und schmutzigsten Arbeitstag und hält den Bauschutt aus der Wohnung.
Eine Voraussetzung bleibt: Der Untergrund muss trocken und tragfähig sein. Sitzt hinter den alten Fliesen Feuchtigkeit, würde man das Problem einschließen statt lösen – und fände es Jahre später als Schimmel wieder. Deshalb messen wir vorher, statt einfach zu überdecken. Lose oder hohl klingende Fliesen kommen raus, bevor abgedichtet wird.
Preislich liegen Alu-Verbundplatten je nach Dekor etwa auf dem Niveau guter Fliesen. Günstiger wird der Umbau dadurch selten – schneller und pflegeleichter aber sehr wohl.
4.180 € von der Pflegekasse – und der Fehler, den viele machen
Liegt ein anerkannter Pflegegrad 1 bis 5 vor, zahlt die Pflegekasse nach § 40 Absatz 4 SGB XI einen Zuschuss von bis zu 4.180 € je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche gehört ausdrücklich dazu.
Bei einem Umbau für 8.000 € bleiben damit rund 3.800 € Eigenanteil. Leben mehrere pflegebedürftige Personen im selben Haushalt, kann sich der Betrag vervielfachen – auf bis zu 16.720 €.
Der entscheidende Punkt: Der Antrag muss vor Baubeginn bewilligt sein. Wer erst umbaut und dann einreicht, bekommt regelmäßig eine Ablehnung – und das ist der häufigste Grund, warum dieser Zuschuss verfällt. Deshalb klären wir das im ersten Gespräch und unterstützen Sie bei der Antragstellung, bevor wir einen Termin vergeben.
Und wenn kein Pflegegrad vorliegt?
Dann kommt die KfW-Förderung 455-B in Betracht: 10 % der Kosten, maximal 2.500 € für eine Einzelmaßnahme wie den Duschumbau. Ob sich beide Programme im Einzelfall kombinieren lassen, klären wir vor der Antragstellung – dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden.
Was bleibt, was neu wird
Wird erneuert
- Kompletter Duschbereich, Wand und Boden neu gefliest
- Abdichtung nach DIN 18534
- Ablauf, Zuleitungen und Armatur im Duschbereich
- Duschabtrennung, auf Wunsch Sitz und Haltegriffe
Bleibt erhalten
- WC und Waschtisch, sofern intakt
- Fliesen außerhalb des Duschbereichs
- Heizkörper und Elektroinstallation
- Bodenbelag im übrigen Raum
So sieht eine Teilsanierung im Bestand aus: Der Duschbereich ist neu aufgebaut, bodengleich gefliest und nach DIN 18534 abgedichtet – die vorhandenen Fliesen des übrigen Bades sind geblieben. Genau das macht den Umbau in einer Woche und zu diesem Preis möglich.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Der neue Duschbereich wird sich vom Rest des Bades absetzen. Farblich exakt zu treffen, was vor zwanzig Jahren verlegt wurde, gelingt praktisch nie. Meist ist das kein Problem – wer es störend findet, ist mit einer kompletten Badsanierung besser beraten.
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Häufige Fragen zum Duschumbau
Was kostet es, die Badewanne gegen eine Dusche zu tauschen?
In Hannover und Umgebung liegen wir bei 7.500 bis 8.500 €. Darin enthalten sind Ausbau und Entsorgung der Wanne, Anpassung der Sanitärinstallation, neuer Untergrund mit Gefälle, die Abdichtung nach DIN 18534, die komplette Neuverfliesung des Duschbereichs sowie Armatur und Duschabtrennung. Soll lediglich eine vorhandene Duschwanne durch eine bodengleiche Fläche ersetzt werden, liegen die Kosten bei etwa 6.500 €.
Wie lange dauert der Umbau?
Eine Woche. In dieser Zeit ist das Bad nicht nutzbar – WC und Waschtisch häufig ab Mitte der Woche wieder eingeschränkt. Den Takt gibt die Abdichtung vor: Sie braucht ihre Trocknungszeit, bevor gefliest werden darf. Wer diese Zeit überspringt, riskiert genau den Wasserschaden, den die Abdichtung verhindern soll.
Was bedeutet Abdichtung nach DIN 18534?
DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen und hat 2017 die alte DIN 18195 für diesen Bereich abgelöst. Ein bodengleicher Duschbereich im privaten Bad wird in der Regel der Wassereinwirkungsklasse W2-I zugeordnet, also hoher Beanspruchung. Konkret heißt das: eine Verbundabdichtung unter den Fliesen, Dichtbänder in allen Ecken und Anschlüssen sowie Dichtmanschetten an jeder Durchdringung. Die Fliese selbst ist nicht wasserdicht – die Abdichtung darunter ist es.
Gibt es einen Zuschuss von der Pflegekasse?
Ja. Bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5 zahlt die Pflegekasse nach § 40 Absatz 4 SGB XI bis zu 4.180 € je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche zählt dazu. Entscheidend ist: Der Antrag muss vor Baubeginn bewilligt sein. Wer erst baut und dann beantragt, riskiert die Ablehnung. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung.
Lohnt sich eine Teilsanierung oder gleich das ganze Bad?
Das hängt vom Zustand ab. Sind Fliesen, WC und Waschtisch in Ordnung und stört nur der hohe Wannenrand, ist die Teilsanierung die deutlich günstigere und schnellere Lösung. Sind die Leitungen alt, die Fliesen aus den Siebzigern und das WC verschlissen, zahlen Sie zweimal an. Dann ist eine komplette Badsanierung sinnvoller – die beginnt bei rund 16.000 €.
Muss die Dusche barrierefrei sein, um gefördert zu werden?
Die Pflegekasse verlangt keine Zertifizierung nach DIN 18040. Maßgeblich ist, dass die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht oder spürbar erleichtert. Der Wegfall des Wannenrands erfüllt das in aller Regel. Sinnvoll sind trotzdem rutschhemmende Fliesen, ein Duschsitz und Haltegriffe – diese Punkte planen wir standardmäßig mit ein.
Kann man den Duschbereich auch ohne Fliesen machen?
Ja. Alu-Verbundplatten sind eine fugenlose Alternative: zwei dünne Aluminiumschichten mit einem Kern dazwischen, digital bedruckbar und nur wenige Millimeter stark. Weil es keine Fugen gibt, entfällt die typische Schwachstelle für Kalk und Schimmel, und die Reinigung geht deutlich schneller. Die Platte ersetzt allerdings nicht die Abdichtung nach DIN 18534 – die muss darunter trotzdem stimmen. Preislich liegen die Platten etwa auf dem Niveau guter Fliesen.
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