Fassadensanierung Hannover: Schäden, Ablauf und Kosten

Risse, bröckelnder Putz und grüne Flecken – woran Sie Handlungsbedarf erkennen und was die Sanierung kostet

Altputz wird bei einer Fassadensanierung in Garbsen abgeschlagen

Die Fassade ist das Bauteil, das jeden Tag Wind, Regen, Frost und Sonne abbekommt. Irgendwann zeigt sich das: Der Putz reißt, an der Nordseite breiten sich grüne Schleier aus, am Sockel platzt Material ab. Eine Fassadensanierung in Hannover ist dann kein Schönheitsthema, sondern Bauwerksschutz – denn sobald Wasser hinter den Putz gelangt, wird aus einem Oberflächenschaden schnell ein Substanzschaden.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Schadensbilder wirklich dringend sind, wie eine fachgerechte Sanierung abläuft, was sie kostet – und in welchem Fall das Gebäudeenergiegesetz Sie verpflichtet, gleichzeitig zu dämmen.

Fassadensanierung oder Fassadendämmung – was brauchen Sie?

Die beiden Begriffe werden oft vermischt, meinen aber Unterschiedliches:

  • Fassadensanierung heißt: Der vorhandene Aufbau wird instand gesetzt. Risse werden geschlossen, schadhafter Putz ersetzt, Algen entfernt, neu gestrichen. Ziel ist ein dichtes, ansehnliches Bauteil – die Dämmwirkung bleibt, wie sie ist.
  • Fassadendämmung heißt: Auf die Wand kommt zusätzlich eine Dämmschicht. Ziel sind niedrigere Heizkosten und ein wärmerer Innenwandbereich.

In der Praxis lohnt es sich fast immer, beides zusammen zu denken. Der größte Einzelposten bei Fassadenarbeiten ist nämlich weder Putz noch Farbe, sondern das Gerüst – und das steht nur einmal. Wer heute saniert und in fünf Jahren dämmt, zahlt es zweimal. Details zur Dämmung finden Sie in unserem Artikel zur Fassadendämmung in Hannover.

Typische Schadensbilder – und was sie bedeuten

Risse im Putz

Nicht jeder Riss ist ein Alarmsignal. Entscheidend ist die Art: Haarrisse unter 0,2 mm sind meist Schwindrisse in der Putzschicht und optisch störend, aber unkritisch – sie lassen sich mit einer rissüberbrückenden Beschichtung schließen. Netzartige Rissbilder deuten auf einen gealterten oder falsch aufgebauten Putz hin. Kritisch wird es bei diagonal verlaufenden Rissen, die über Fenster- oder Türecken laufen und sich nach oben verjüngen: Das sind typischerweise Setzrisse aus Bewegungen im Baukörper. Hier gehört ein Statiker an das Gebäude, bevor irgendjemand Putz anrührt – sonst reißt der neue Putz an derselben Stelle wieder auf.

Hohl klingender oder abplatzender Putz

Klopfen Sie die Fassade mit dem Knöchel ab. Klingt es an manchen Stellen dumpf und hohl, hat sich der Putz vom Untergrund gelöst. Diese Bereiche müssen abgeschlagen und neu aufgebaut werden – Überstreichen bringt hier nichts, die Ablösung schreitet darunter weiter fort.

Algen, Moos und dunkle Schleier

Grünliche oder schwarze Beläge treten bevorzugt an Nord- und Wetterseiten auf, im Schatten von Bäumen und unterhalb von Fensterbänken. Sie sind in der Regel kein Feuchtigkeitsschaden im Mauerwerk, sondern eine Folge von langsam abtrocknender Oberflächenfeuchte. Wichtig ist die Reihenfolge: erst gründlich reinigen und mit einem Algenentferner behandeln, dann beschichten. Wer direkt überstreicht, hat das Problem in zwei Jahren erneut.

Weiße Ausblühungen und feuchte Sockel

Weiße, kristalline Beläge sind Salzausblühungen – ein Hinweis darauf, dass Feuchtigkeit durch das Bauteil wandert und beim Verdunsten Salze zurücklässt. Zusammen mit einem dauerhaft dunklen Sockelbereich spricht das für aufsteigende Feuchte oder eine fehlende beziehungsweise defekte Horizontalsperre. Das ist der einzige Schadenstyp auf dieser Liste, bei dem eine reine Fassadenbehandlung nicht ausreicht – hier muss zuerst die Feuchtequelle abgestellt werden.

Bei Klinkerfassaden: ausgewaschene Fugen

Viele Häuser in und um Hannover sind verklinkert. Dort zeigt sich Sanierungsbedarf nicht am Putz, sondern an den Fugen: Sind sie rissig, sandend oder ausgewaschen, dringt Wasser ins Verblendmauerwerk. Die Sanierung besteht dann aus dem Ausräumen der schadhaften Fugen auf ausreichende Tiefe und einem sauberen Neuverfugen – nicht aus einem Anstrich.

Ein Beispiel aus Hannover-Kleefeld

Vorher Ungedämmte Klinkerfassade vor der Sanierung in Hannover-Kleefeld
Nachher Sanierte und gedämmte Fassade nach der Sanierung in Hannover-Kleefeld

Aus einer in die Jahre gekommenen Klinkerfassade wurde eine saubere, gedämmte Gebäudehülle. Weitere Bilder und Details finden Sie im Projekt Haussanierung Hannover-Kleefeld.

Die 10-Prozent-Regel: Wann Sie dämmen müssen

Das ist der Punkt, der die meisten Eigentümer überrascht – und der über mehrere zehntausend Euro entscheiden kann. Nach § 48 Gebäudeenergiegesetz gelten für Außenwände energetische Mindestanforderungen, sobald bestimmte Arbeiten durchgeführt werden. Der entscheidende Schwellenwert:

Wird an mehr als 10 % der Bauteilfläche der Außenputz erneuert, muss die sanierte Wand einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen – was in der Praxis auf eine Dämmung hinausläuft.

Ausschlaggebend ist dabei das Wort erneuern. Und hier liegt der Unterschied, auf den es ankommt:

  • Altputz abschlagen und neu aufbauen = Erneuerung. Über der 10-Prozent-Grenze greifen die Anforderungen.
  • Vorhandenen Putz ausbessern, überputzen oder neu streichen = Instandsetzung. Die Anforderungen greifen nicht, unabhängig von der Fläche.

Es gibt zudem eine wichtige Ausnahme: Wurde die Außenwand nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung der damals geltenden energiesparrechtlichen Vorschriften errichtet oder erneuert, entfällt die Anforderung.

Praktisch heißt das: Wer eine großflächig schadhafte Fassade hat, kommt an der Entscheidung ohnehin nicht vorbei – und sollte die Dämmung dann bewusst einplanen statt sie als Überraschung zu erleben. Als gelisteter Energieeffizienz-Experte prüfen wir das vor Angebotserstellung für Ihr Objekt.

So läuft eine Fassadensanierung ab

  1. Bestandsaufnahme. Wir klopfen die Fassade ab, bewerten Rissbilder, prüfen Sockel und Fugen und stellen fest, ob eine Feuchtequelle vorliegt. Daraus ergibt sich, ob instand gesetzt oder erneuert wird – und ob die GEG-Anforderungen greifen.
  2. Gerüst stellen. Der Posten, der sich nur einmal lohnt.
  3. Reinigung. Die Fassade wird gereinigt und von Algen, Moos und losen Bestandteilen befreit, bei Bedarf mit anschließender Algenbehandlung.
  4. Schadhafte Bereiche abtragen. Hohl liegender Putz wird abgeschlagen, bis tragfähiger Untergrund erreicht ist.
  5. Untergrund vorbereiten. Grundierung beziehungsweise Haftbrücke, damit der neue Aufbau dauerhaft hält.
  6. Risse schließen und Flächen aufbauen. Je nach Befund mit Armierungsgewebe in der Spachtelschicht – das nimmt Spannungen auf und verhindert, dass Risse durchschlagen.
  7. Oberputz und Anstrich. Struktur und Farbton nach Ihrer Wahl, mit einem System, das zum Untergrund passt.
  8. Anschlüsse und Abnahme. Fensterbänke, Rollladenkästen, Fallrohre und Sockelabschluss werden sauber angearbeitet, danach gemeinsame Abnahme.

Für ein Einfamilienhaus rechnen wir mit zwei bis vier Wochen. Fassadenarbeiten sind stark witterungsabhängig: Bei Frost, Dauerregen oder praller Sonne auf frischem Putz wird nicht gearbeitet, weil sonst die Qualität leidet.

Fassade während der Armierung mit Gewebe

Armierungsschicht mit eingebettetem Gewebe – in diesem Zustand wirkt die Fassade dunkler.

Fertiger Oberputz an einer Fassadenecke

Nach dem Oberputz hellt die Fassade wieder auf, Kanten werden sauber ausgebildet.

Welches Putz- und Anstrichsystem passt?

Die Systemwahl entscheidet darüber, wie lange die Fassade sauber bleibt. Drei Varianten sind gebräuchlich:

  • Silikonharz – wasserabweisend und schnell abtrocknend. Die praxistauglichste Wahl an Wetter- und Nordseiten, weil Feuchtigkeit gar nicht erst lange auf der Oberfläche steht.
  • Silikat (mineralisch) – sehr diffusionsoffen und durch den hohen pH-Wert von Natur aus wenig anfällig für Algen. Gut geeignet auf mineralischen Untergründen und bei Altbauten, die Feuchtigkeit nach außen abgeben müssen.
  • Dispersion – günstig, aber weniger diffusionsoffen. Auf Altbau mit Feuchtetransport nach außen ist davon eher abzuraten.

Ein Hinweis zur Farbwahl: Sehr dunkle Töne heizen sich in der Sonne stark auf und erzeugen Spannungen im Putzaufbau. Die meisten Systemhersteller geben deshalb einen Mindest-Hellbezugswert vor – gerade auf gedämmten Fassaden sollte man sich daran halten.

Was kostet eine Fassadensanierung in Hannover?

Umfang Richtwert Enthalten
Reinigung, Algenbehandlung & Neuanstrich ca. 12.000 – 18.000 € Gerüst, Reinigung, Grundierung, Anstrich
Rissesanierung mit Armierung & Anstrich ca. 18.000 – 26.000 € zusätzlich Spachtel- und Armierungsschicht
Putz vollständig erneuern ca. 25.000 – 35.000 € Altputz abschlagen, Neuaufbau, Oberputz, Anstrich
Sanierung inklusive Dämmung (WDVS) ca. 45.000 – 60.000 € komplette Gebäudehülle, förderfähig
Klinkerfassade neu verfugen ca. 60 – 95 € pro m² Fugen ausräumen und neu verfugen

Richtwerte für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 200 m² Fassadenfläche, inklusive Gerüst. Weitere Preisbeispiele finden Sie in unserer Kostenübersicht zur Haussanierung.

Förderung: Eine reine Instandsetzung ist nicht förderfähig – erst die energetische Verbesserung. Wird im Zuge der Sanierung gedämmt, sind über die BEG-EM-Förderung 15 % Basisförderung möglich, mit individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich der iSFP-Bonus. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Häufige Fragen zur Fassadensanierung

Was kostet eine Fassadensanierung in Hannover?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegen die Kosten je nach Schadensbild zwischen etwa 12.000 € für Rissesanierung mit neuem Anstrich und 35.000 € für eine komplette Putzerneuerung inklusive Gerüst. Wird gleichzeitig gedämmt, kommen rund 45.000 bis 60.000 € zusammen.

Muss ich dämmen, wenn ich die Fassade sanieren lasse?

Nur unter bestimmten Voraussetzungen. Nach § 48 GEG greifen die energetischen Anforderungen, wenn Sie an mehr als 10 % der Bauteilfläche den Außenputz erneuern, also den Altputz abschlagen. Ein reiner Neuanstrich oder das Überputzen der vorhandenen Schicht löst die Pflicht nicht aus. Greift sie, muss die sanierte Wand einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen.

Woran erkenne ich, ob meine Fassade saniert werden muss?

Typische Warnzeichen sind Risse im Putz, hohl klingende oder abplatzende Putzflächen, dunkle Algen- und Moosbeläge, weiße Salzausblühungen, feuchte Sockelbereiche sowie ausgewaschene oder rissige Fugen bei Klinkerfassaden.

Was ist der Unterschied zwischen Fassadensanierung und Fassadendämmung?

Eine Fassadensanierung behebt Schäden an der bestehenden Fassade – Risse, Putzschäden, Algen oder defekte Fugen. Eine Fassadendämmung bringt zusätzlich eine Dämmschicht auf und senkt die Heizkosten. Beides lässt sich gut kombinieren, weil das Gerüst nur einmal gestellt werden muss.

Wird eine Fassadensanierung gefördert?

Eine reine Instandsetzung ohne energetische Verbesserung wird nicht gefördert. Wird im Zuge der Sanierung gedämmt, ist die Maßnahme über die BEG-EM-Förderung mit 15 % Basisförderung bezuschussbar, mit individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich mit dem iSFP-Bonus.

Wie lange dauert eine Fassadensanierung?

Für ein Einfamilienhaus rechnen wir mit etwa zwei bis vier Wochen, abhängig von Schadensumfang und Witterung. Putz- und Anstricharbeiten brauchen Trocknungszeiten und sind stark wetterabhängig – bei Frost oder Dauerregen wird nicht gearbeitet.

Alle genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Zustand der Fassade und individuellen Wünschen abweichen. Die Ausführungen zum Gebäudeenergiegesetz dienen der Orientierung und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall.

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