Fassadendämmung Hannover: Kosten und Ablauf
Weniger Heizkosten, mehr Wohnkomfort – was eine Fassadendämmung kostet und welche Dämmart zu Ihrem Haus passt
Die Fassade ist bei vielen älteren Häusern die größte Schwachstelle in der Energiebilanz. Geht es Ihnen dagegen um Risse, bröckelnden Putz oder Algen, ist unser Artikel zur Fassadensanierung in Hannover der passende Einstieg. Eine Fassadendämmung in Hannover senkt Heizkosten spürbar, verbessert das Wohnklima und wird zusätzlich staatlich gefördert. Hier erfahren Sie, welche Dämmarten es gibt und was eine Fassadendämmung kostet.
Welche Dämmarten gibt es?
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Die häufigste und meist wirtschaftlichste Lösung – Dämmplatten werden direkt auf die Fassade geklebt und verputzt.
- Vorgehängte hinterlüftete Fassade: Dämmung mit Hinterlüftung und äußerer Verkleidung (z. B. Holz, Faserzement) – langlebig, aber kostenintensiver.
- Kerndämmung: Bei zweischaligem Mauerwerk wird der Hohlraum zwischen den Mauerschalen mit Dämmmaterial verfüllt – vergleichsweise günstig und schnell umsetzbar.
Welche Variante zu Ihrem Haus passt, hängt vom Baujahr, der vorhandenen Wandkonstruktion und Ihrem Budget ab – wir beraten Sie dazu individuell vor Ort.
Welcher Dämmstoff: EPS oder Mineralwolle?
- EPS (Polystyrol): Der gängigste Dämmstoff für WDVS – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, leicht zu verarbeiten.
- Mineralwolle: Die natürlichere Alternative – nicht brennbar, diffusionsoffener, meist bei höheren Anforderungen an Brandschutz oder Ökologie gewünscht.
Welcher Dämmstoff zu Ihrem Vorhaben passt, besprechen wir gemeinsam bei der Beratung vor Ort.
So läuft eine Fassadendämmung ab
- Fassade reinigen – die Fassade wird von Schmutz, losem Putz und Bewuchs befreit, damit der Dämmstoff später sicher haftet.
- Dämmstoff aufkleben – die Dämmplatten (EPS oder Mineralwolle) werden vollflächig auf die Fassade geklebt.
- Mechanische Befestigung – zusätzlich zur Klebung werden die Platten mit Tellerdübeln (W-Profil) durch den Dämmstoff hindurch in der Wand verankert, üblich sind ca. 6 Dübel pro m².
- Armierung – auf den Dämmstoff wird eine Armierungsmasse aufgetragen, in die ein Armierungsgewebe eingebettet wird. In diesem Zustand wirkt die Fassade zunächst etwas dunkler.
- Oberputz – der Oberputz wird aufgetragen und verrieben, die Fassade hellt sich dabei wieder auf.
- Anstrich – häufig wird abschließend ein Anstrich mit Silikatfarbe aufgebracht, für eine langlebige, witterungsbeständige Oberfläche.
Was kostet eine Fassadendämmung in Hannover?
Einfache Ausführung
45.000 €
Mittlere Ausführung
50.000 €
Hochwertige Ausführung
60.000 €
Richtwerte für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, inklusive Gerüst. Details finden Sie auch in unserer Haussanierung-Kostenübersicht.
Über die BEG-EM-Förderung gibt es 15 % Basisförderung auf die förderfähigen Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich einen iSFP-Bonus. Speziell für Gebäudehüllen-Maßnahmen wie die Fassadendämmung ist zudem ein WPB-Bonus von +5 Prozentpunkten geplant – dieser gilt allerdings erst ab Q1/2027 und noch nicht aktuell. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.
Rechenbeispiel: Fassadendämmung mit Förderung
Fassadendämmung für 45.000 €, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP):
| Basisförderung (15 % von 45.000 €) | 6.750 € |
| iSFP-Bonus (5 % auf den Anteil über 30.000 €, also auf 15.000 €) | 750 € |
| Zuschuss gesamt | 7.500 € |
| Ihr Eigenanteil | 37.500 € |
Details, an denen sich die Qualität entscheidet
Eine Fassadendämmung ist nicht nur die Fläche. Die Bauteile, an denen die Dämmebene unterbrochen wird, entscheiden darüber, ob das Ergebnis dauerhaft funktioniert oder ob nach zwei Wintern die ersten Schimmelecken auftauchen.
Fensterlaibungen
Rund um jedes Fenster verjüngt sich die Dämmung zwangsläufig, weil sonst der Rahmen zugebaut würde. Bleibt die Laibung ganz ungedämmt, entsteht dort eine ausgeprägte Wärmebrücke: Die Wandoberfläche innen kühlt ab, Raumluftfeuchte schlägt sich nieder, Schimmel bildet sich – ausgerechnet an der frisch sanierten Fassade. Fachgerecht wird deshalb mit Laibungsdämmplatten von 2 bis 4 cm gearbeitet. Diese dünne Schicht macht bauphysikalisch den entscheidenden Unterschied.
Sockel und erdberührter Bereich
Am Übergang zum Erdreich darf kein normaler Fassadendämmstoff verwendet werden – er würde Feuchtigkeit aufnehmen. Hier kommt Perimeterdämmung zum Einsatz, in der Regel druckfestes und wasserabweisendes XPS, das etwa 30 cm unter Geländeoberkante geführt wird. Wird der Sockel ausgespart, wandert die Wärmebrücke einfach nach unten.
Dachüberstand und Anschlüsse
Durch die zusätzliche Dämmstärke von 14 bis 20 cm verringert sich der wirksame Dachüberstand. Bei knappen Überständen muss die Dachkante verlängert werden, sonst läuft Regenwasser künftig direkt an der neuen Fassade herunter. Ebenso müssen Fensterbänke, Rollladenkästen, Regenfallrohre, Außenleuchten und Briefkästen neu gesetzt werden – Positionen, die in günstigen Angeboten gerne fehlen und später als Nachtrag auftauchen.
Putz und Veralgung
Eine gedämmte Fassade hat außen eine geringere Oberflächentemperatur als eine ungedämmte – die Wärme bleibt ja im Haus. Dadurch trocknet nächtlicher Tauwasserniederschlag langsamer ab, was Algen und Moosen begünstigt, besonders an Nord- und Wetterseiten und im Schatten von Bäumen.
Gegenmittel sind Putzsysteme mit entsprechender Ausstattung. Silikonharzputz ist wasserabweisend und schnell trocknend und hat sich hier bewährt. Mineralische Putze sind hoch diffusionsoffen und durch ihren hohen pH-Wert von Natur aus weniger anfällig. Verzichtet werden sollte auf sehr dunkle Farbtöne: Sie heizen sich in der Sonne stark auf, was zu Spannungen im Putzaufbau führen kann – die meisten Systemhersteller geben deshalb einen Mindest-Hellbezugswert vor.
Lüftung nicht vergessen
Nach einer Dämmung samt neuer Fenster ist das Gebäude deutlich luftdichter als vorher. Die Feuchtigkeit, die vorher durch Undichtigkeiten entwich, bleibt nun im Raum. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten – oder besser: eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, wie in unserem Referenzprojekt in Garbsen – kann daraus ein Schimmelproblem werden. Das ist kein Argument gegen die Dämmung, sondern eines für saubere Planung.
Häufige Fragen zur Fassadendämmung
Was kostet eine Fassadendämmung in Hannover?
Inklusive Gerüst liegen die Kosten je nach Ausführung zwischen 45.000 € (einfach) und 60.000 € (hochwertig) für ein durchschnittliches Einfamilienhaus.
Welche Dämmarten gibt es für Fassaden?
Am häufigsten kommt ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) zum Einsatz. Alternativen sind vorgehängte hinterlüftete Fassaden oder eine Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk.
Gibt es Förderung für die Fassadendämmung?
Ja, über die BEG-EM-Förderung gibt es eine BAFA-Basisförderung von 15 % der Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan zusätzlich einen iSFP-Bonus.
Alle genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Zustand der Fassade und individuellen Wünschen abweichen.
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